Portal with RTX • Auf zum Raytracing-Kuchen!

15 Jahre nach der Veröffentlichung des beliebten Puzzle-Shooters bietet Valve eine an Geforce-RTX-Karten angepasste Version mit grafischen Verbesserungen an. Spielt es sich so gut, wie es ausschaut?


Portale in Wände schießen und damit verschiedene, mehr oder weniger knifflige Rätsel lösen – im Jahr 2007 eine frische neue Idee in der Welt der Videospiele, die Valve da herausgebracht hat. Wir haben es zum 15-jährigen Jubiläum nochmals gespielt und finden, dass es von seinem Charme kaum etwas verloren hat.

Am 8. Dezember 2022 erschien eine kostenlose Variante des Titels, die allerdings den Besitz des Originals voraussetzt. Wer die Angebote von Steam verfolgt, muss dafür kein riesiges Loch in den Finanzen befürchten. Wie man aus dem Titel entnehmen kann, ist diese Version für Grafikkarten der Geforce-RTX-Reihe angepasst worden. Dementsprechend glänzt das Spiel mit Raytracing-Effekte, die vor allen Dingen schicke Lichteffekte bietet.

Aller Anfang ist schön… schwer

Unser Testsystem mit der Geforce RTX 3070 erfüllt die grundlegende Voraussetzung. Ohne den neusten Treiber läuft allerdings gar nichts. Die Treiberversion 527.56 wurde gefordert, die in der Geforce-Experience-Applikation gezeigt hat, dass diese an den neusten Portal-Spross angepasst wurde. Obwohl die Installation etwas seltsam ablief, da der Bildschirm danach schwarz blieb, war sie dennoch erfolgreich.

Direkt zu Beginn meldet sich ein Pop-up, das auf ein neues Menü hindeutet, welches mit der Tastenkombination Alt + X abgerufen werden kann: das sogenannte „RTX Remix“. Dies soll ermöglichen, herkömmlichen Videospielen neuere Grafikfeatures zu verpassen. Hier können verschiedene Anpassungen vorgenommen werden, damit das Spiel auf dem eigenen System ideal läuft. Das ist auch notwendig, denn ohne Anpassungen läuft das Spiel laut einigen Steam-Bewertungen miserabel.

Außer der Grafik und einigen minimalen Anpassungen hat man sonst das gewohnte Spiel Portal vor sich. Der Spielablauf gleicht sich, es gibt dieselben Bonuskarten, selbst das Einstellungsmenü bleibt dasselbe. Lediglich auf eine anderssprachige Vertonung muss verzichtet werden, was wir auch in unserem Test des Originals feststellen mussten, als wir es auf einem System ohne Steam ausführen wollten. Dennoch gibt es in diesem Fall deutsche Texte und damit auch deutsche Untertitel.

Ist das neu? Nein, mit Raytracing gewaschen.

Portal with RTX (links) im Vergleich zum Original Portal von 2007 (rechts)

Wie schon erwähnt, dürfte die Grafik das auffälligste Merkmal am Gesamtwerk sein. Es gibt jetzt 4K-Texturen, und das merkt man deutlich. Die Boden- und Wandtexturen wurden verändert und sind jetzt keine glatten verdreckten (oder verschimmelten) Flächen mehr, sondern dieselben gepunkteten aus Portal 2.

Die Streifen in den Scheiben erzeugen jetzt eine Tiefe. Selbst Einschusslöcher darin sehen jetzt beeindruckender aus als vorher. Zudem sind die Plattformen, auf denen die Würfel platziert werden müssen, transparent und offenbaren einen Blick in die Mechanik. Dass die Würfel eine Art Leuchtstreifen haben, fällt in der RTX-Variante jetzt richtig auf.

Dank Raytracing-Technologie machen sich zwei Sachen besonders bemerkbar: Die Lichteffekte stechen jetzt stark hervor. Ventilatoren werfen neben Licht auch Schatten, je nachdem, wie die Rotorblätter derzeit stehen. Die Protagonistin Chell erkennt man ab sofort nicht nur an den Portalen, sondern nun auch in den Spiegelungen an den Scheiben.

Einen kleinen Wermutstropfen gibt es dennoch, zumindest in der von uns getesteten Konfiguration: einige Texturen wirken unscharf. Das merkt man an der PowerPoint-Präsentation, die man im Laufe des Spiels zu sehen bekommt, oder an den Computerbildschirmen. Die Texte darauf sind nicht mehr so gut zu erkennen.

Schönheit hat ihren Preis

Optisch zeigt sich die RTX-Variante von Portal von seiner besten Seite. Doch wer dieses prächtige Stück Software flüssig auf seinem Bildschirm laufen lassen möchte, muss tief in die Tasche greifen. Die kurze Spieldauer macht damit zwar die Stromrechnung nicht ganz so hoch, dennoch fallen die Systemanforderungen ziemlich hoch aus.

Zwar funktioniert das Spiel auch auf einer Nvidia Geforce RTX der 2000er-Serie, als Minimum wird allerdings eine Nvidia Geforce RTX 3060 gefordert, empfohlen wird sogar eine RTX 3080. Um die beste Erfahrung aus dem Spiel herauszuholen, muss sogar ziemlich hochpreisige Hardware herhalten: aktueller Intel Core i7 oder ein AMD Ryzen 9, 32 statt 16 Gigabyte Arbeitsspeicher und eine Nvidia GeForce RTX 4080. Gleich bleibt der Bedarf an Speicherplatz mit 25 Gigabyte, was für die dargestellte Grafikqualität normal ist.

Andere Spieler beschweren sich über die sehr maue Performance trotz starker Hardware. Wer das Spiel vorher nicht in den RTX-Remix-Einstellungen konfiguriert, wird sein blaues Wunder erleben. Nvidia hat dazu empfohlene Konfigurationen veröffentlicht. Wenn das Spiel entsprechend eingestellt wurde, gibt es recht angenehme Bildraten auf dem Testsystem: ca. 70-80fps bei 1080p, ca. 35-50fps bei 1440p. Wenn viel zu sehen ist, geht die Framerate entsprechend runter.

Zudem sind während des Tests unangenehme Instabilitäten aufgefallen. Die Geforce-Oberflächen der Geforce-Experience-Software ließen das Spiel abstürzen, ebenso das Verändern der Auflösung im Optionsmenü. Benachrichtigungen auf dem Desktop müssen warten, denn das Minimieren des Spiels führen ebenfalls zur unerwarteten Beendigung. Ganz selten kommt es vor, dass während einer Partie ein Absturz kommt.

Suboptimale Pracht

Garantiert gibt es in dem Raum Kuchen.

Die Premiere der RTX-Remix-Technik hat Optimierungsbedarf, das zeigt Portal with RTX mehr oder weniger unfreiwillig. Es sind eigenhändige Korrekturen notwendig, um nicht ins tiefe Tal der niedrigen Bildraten zu fallen, selbst wenn das eigene PC-Geschoss teuer genug war und sonst für jegliche Einsatzzwecke kräftig genug ist. Das Ergebnis kann sich nichtsdestotrotz sehen lassen. Das 15 Jahre alte Meisterwerk erstrahlt im wortwörtlichen Sinne im neuen Glanz dank hochauflösender Texturen und den beeindruckenden Lichteffekten. Da lohnt sich das erneute Spielen definitiv, denn sonderlich lang und schwer ist das Original ohnehin nicht.


Testsystem

Betriebssystem:Microsoft Windows 11 Version 22H2
Prozessor:AMD Ryzen 7 3700X
Grafikkarte:NVIDIA GeForce RTX 3070 Founders Edition
Sound:Realtek ALC892
SSD:Crucial MX500 1TB
Arbeitsspeicher:32GB DDR4-3200

Daten zum Spiel

Titel:Portal with RTX
Erscheinungsdatum:8. Dezember 2022
Entwickler:Lightspeed Studios
Publisher:NVIDIA
System:Windows
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