Pro Evolution Soccer 2019 Demo • Fußball auf Topniveau?

Die Weltmeisterschaft ist längst verdrängt und die neue Spielzeit der Top-Ligen des europäischen Fußballs steht bevor. Und damit stehen auch die diesjährigen Fußball-Simulationen in den Startlöchern. Konami legt vor und veröffentlicht eine Demo-Version, in der die ersten Testspiele absolviert werden können. Doch wird die Leistung dem internationalen Standard gerecht?


Am 08. August 2018 veröffentlichte Entwickler und Publisher Konami die Demo-Version der Fußball-Simulation Pro Evolution Soccer 2019. Sie kann für die PlayStation 4 und die Xbox One aus den jeweiligen Stores als eigenständiges Spiel kostenlos heruntergeladen werden. PC-Nutzer erhalten bei Steam über die Produktseite der Vollversion.

Zum Umfang der Demo gehören drei Spielmodi. Im Freundschaftsspiel treten Spieler klassisch gegen eine computergesteuerte Mannschaft an. Die Halbzeitlänge ist dabei auf fünf Minuten beschränkt. Das Online-Spiel bietet die Möglichkeit gegen einen realen Gegner zu spielen. Dieser kann nicht frei gewählt werden, sondern wird automatisch zugewiesen. Ein Ranking gibt es nicht. Wie der Name bereits verrät, spielen im 3v3-Koop zweimal drei Spieler lokal gegeneinander, wobei mögliche leere Slots vom Computer übernommen werden. In allen Modi endet eine Partie nach der regulären Spielzeit, Verlängerung und Elfmeterschießen bleiben demnach außen vor.

Unabhängig des Spielmodus stehen zwölf Teams zur Auswahl, davon zehn Vereinsmannschaften aus Europa und Südamerika, wie etwa der FC Barcelona, FC Liverpool oder Flamengo Rio de Janeiro, sowie die beiden Nationalmannschaften aus Frankreich und Argentinien. Als deutsche Mannschaft ist der FC Schalke 04 vertreten.
Die Gelsenkirchener stellen mit der Veltins-Arena eine der beiden enthaltenen Spielstätten. Wer ein Spielfeld ohne Überdachung bevorzugt, muss auf das Camp Nou, die Heimat des FC Barcelona, ausweichen.

Die Optik des Spiels hat noch einmal einen Schritt nach vorn gemacht. Insbesondere die Spieler sehen ihren realen Vorbildern noch ähnlicher als zuvor, aber auch die Fans auf den Tribünen sind detaillierter und weniger generisch. Zahlreiche Details wie Pfützenbildung bei Regen, spritzendes Wasser um den aufprallenden Ball oder abgerissenes Gras bei einer Grätsche erzeugen eine gelungene Immersion. Perfekt ist sie, zumindest in dieser Demo, noch nicht. So ist der Platz auch bei Regen in einem Top-Zustand, es gibt nicht eine einzige Stelle, an dem der Rasen ausgerissen oder -getreten wurde. Das ist in einigen Vorgängern besser gelungen.
Gleichzeitig verabschiedet sich das Menü von den klaren Kanten des Vorgängers und setzt nun auf abgerundete Ecken, die Einstellungsmöglichkeiten sind aber weitgehend gleich geblieben. Nichtsdestotrotz haben die Entwickler auch Fehler von früher übernommen. Es werden in der Wechselsequenz noch immer nur zwei Auswechslungen genannt, selbst wenn drei Spieler den Platz verlassen.

Empfindliche Ohren erschrecken beim Start erst einmal vor der lauten und wenig passenden, musikalischen Untermalung des Menüs. Im Spiel selbst dürfen sie sich davon aber wieder erholen. Zwar gibt es hier Fans, Spieler und Stadionsprecher zu hören, die Mischung fällt aber trotzdem eher mau aus. Die Fans erinnern an ein Hintergrundrauschen, aus dem gelegentlich ein generisches „Uuuh“ und „Jaaaa“  in den Vordergrund rückt. Fangesänge sind kaum wahrzunehmen und wenig charakteristisch. Ein Heimspiel des FC Liverpool ohne „You’ll Never Walk Alone“ ist kein Heimspiel des FC Liverpool. Womöglich fallen all diese Dinge weniger auf, sobald die Kommentatoren in der Vollversion dabei sind und die Aufmerksamkeit auf sich lenken.

Grau is‘ im Leben Grafik und Ton, aber entscheidend is‘ aufm Platz. Und dort ist ein wenig Tempo herausgenommen worden. Spieler und Pässe sind langsamer als zuvor. Dadurch gibt es nun mehr Zeit, zwischen Lupfer und Hackentrick zu entscheiden. In den Optionen kann aber, sofern man sich nicht schon für die höchste Stufe entschieden hat, nachjustiert werden.
Immerhin haben die computergesteuerten Mit- und Gegenspieler einen Schritt nach Vorn gemacht und verstehen die Intention des Spielers noch besser, sind aber, gerade im Zweikampf, etwas übermütig. Dem entgegen steht die gesunkene Genauigkeit von hohen, langen Bällen, die öfter als noch zuvor beim Gegenspieler oder im freien Raum landen. Ungeübte Spieler werden so zum langsameren Ballbesitz- und Kurzpassspiel gedrängt, aber Training am Controller wird so auch stärker belohnt. Das ist aber auch für die neuen Fertigkeiten wie etwa den kontrollierten Lupfer oder den aufsteigenden Schuss, nötig.

Alles in allem bietet die Demo von Pro Evolution Soccer einen Vorgeschmack auf eine grundsolide Fußballsimulation. Das Drumherum ist nicht perfekt, aber immer noch mehr als ausreichend. Die Leistung auf dem Rasen ist hingegen überzeugend.
Obwohl die Eindrücke von der Konkurrenz aus dem Hause Electronic Arts noch ausstehen, lassen die Erfahrungen vermuten, dass PES 2019 spielerisch überlegen sein, aber aufgrund der fehlenden Lizenzen gegen FIFA 19 den Kürzeren ziehen wird.

Die Vollversion von Pro Evolution Soccer 2019 erscheint am 30. August 2018 für Windows, PlayStation 4 und Xbox One. Konsolenspieler können sich über Coverstar Philippe Coutinho vom FC Barcelona freuen, während PC-Spieler auf eine physische Ausgabe verzichten müssen. Auf die meisten Topligen müssen hingegen alle Spieler verzichten. Die stärkste Liga wird die französische Ligue 1 sein.
Neben der Standard-Edition wird es noch die David-Beckham- und die Legend-Edition geben, in denen neben einigen MyClub-Inhalten David Beckham als Spieler zur Verfügung steht.


Titel:Pro Evolution Soccer 2019
Erscheinungsdatum:30.08.2018
Entwickler:Konami Digital Entertainment
Publisher:Konami Digital Entertainment
System:PS4, Win, XOne
Kaufen:Amazon¹, Microsoft Store, PlayStation Store, Steam
Demo:Microsoft Store, PlayStation Store, Steam

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Test-System kursiv

Sven

schreibt vorwiegend über Videospiele, Technik und Veranstaltungen, sammelt Spiele und spricht als Co-Moderator bei QUICK-LOAD.

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