Blindspot • Staffel 2 • Shepherd, Roman und Phase 2

Drei Monate sind vergangen seit Jane Doe verhaftet worden ist. Drei Monate sind vergangen, seit dem sie das letzte Mal das Tageslicht gesehen hat. Drei Monate sind vergangen, an jedem von ihnen wurde sie in der CIA Black Site gefoltert. Heimlich hat sie sich eine einfache Waffe gebaut, mit deren Hilfe sie fliehen kann. Doch das FBI sucht sie. Nicht um sie zurück zur CIA zu bringen, sondern als Maulwurf um die Organisation einzuschleusen, in der sie zuvor tätig gewesen ist. Doch auf welcher Seite steht Jane?


Staffel 2 der US-amerikanischen Fernsehserie Blindspot besteht aus 22 Folgen zu je 40 bis 45 Minuten. Sie wurde, wie auch der Vorgänger, von Warner Bros. Television produziert und etwa ein Jahr nach Erscheinen der ersten Staffel, am 14. September 2016 auf NBC erstmals ausgestrahlt. Die deutsche Erstausstrahlung erfolgte am 24. Januar 2017 auf Sat.1 emotions. Am 02. Februar 2017 begann die Veröffentlichung auf dem Free-TV-Kanal Sat.1.
Darüber hinaus ist die zweite Staffel auch im Video-Paket von Amazon Prime verfügbar.

Jane, Roman

Nachdem Kurt (Sullivan Stapleton) die Leiche der ermordeten Taylor Shaw gefunden hat, verbringt die infolgedessen verhaftete Jane (Jaimie Alexander) drei Monate in einer CIA Black Site in Oregon. Aus einem Abflussdeckel kann sie sich schließlich eine Waffe bauen, mit dessen Hilfe sie die Flucht ergreift. Danach findet sie Arbeit in einem kleinen Motel in New Jersey. Gleichzeitig geht NSA-Agentin mit Nas Kamal (Archie Panjabi) auf das FBI zu, da sie neue Informationen zu den Hintergründen des Jane-Doe-Falls liefern kann. Folglich bildet sie mit dem Team von Kurt Weller, der nach dem Tod Mayfairs die Leitung des New York Office übernommen hat, eine Joint Task Force.

Um auf die Daten der NSA aufbauen zu können und an weitere Informationen zu gelangen, versuchen die Ermittler Jane in die Terrororganisation Sandstorm einzuschleusen, in der sie vor ihrem Gedächtnisverlust aktiv gewesen ist. Eher unfreiwillig ist Jane damit einverstanden, sieht darin aber eine Chance, ihre Loyalität zu beweisen. Dort trifft sie auf ihren Bruder Roman (Luke Mitchell) und Shepherd (Michelle Hurd), die die Organisation gemeinsam aufgebaut haben. Jane sieht die Verantwortung vor allem in Shepherd, die ihren Bruder und sie für ihre Mission manipuliert haben soll. Daher versucht sie, Roman aus den Fängen von Shepherd zu befreien, obwohl es für sie bereits schwierig genug ist, ihre Tarnung aufrechtzuerhalten. So findet sich Jane erneut in einem Doppelleben wieder.

Unterdessen arbeitet das FBI weiter an den Rätseln, die sich in den Tätowierungen verbergen, um die Motive Sandstorms zu ergründen. Kurt scheint ungewollt ein Teil von Shepherds Plänen zu sein. Ein weiter Blick zurück in seine Jugend lässt Zusammenhänge erahnen. Solche Zusammenhänge fehlen allerdings Reade (Rob Brown), der von seiner Vergangenheit eingeholt wird. Abseits aller Fragen und Probleme bleibt das Verhältnis zwischen Nas und Kurt nicht ausschließlich professionell und auch Patterson (Ashley Johnson) findet eine neue Liebe. Nach Janes Aufenthalt in der Black Site geht die Fehde mit der CIA weiter und auch ein alter Bekannter taucht wieder auf: Rich Dotcom (Ennis Esmer).
Auf welche Seite schlägt sich Jane und kann Wellers Team die Terrororganisation stoppen?

Nas

Mit Nas Kamal als neuem Charakter wird die Handlung neu angestoßen. Die neuen Informationen zu Sandstorm sorgen dafür, dass das klassische Muster aus der ersten Staffel nur noch auf wenige Episoden angewandt wird. Viel mehr stehen nun der verdeckte Einsatz von Jane und die Jagd nach Shepherd im Vordergrund. Nichtsdestotrotz liefern die Tätowierungen auch zu diesem Zweck wichtige Hinweise, spielen aber nun eine untergeordnete Rolle. Die einzelnen Einsätze zeichnen sich weiterhin durch ihre Individualität und das stimmige Verhältnis zwischen Action- und Dialogphase aus, wenngleich die inhaltliche Dichte noch einmal erhöht worden ist.

Wie auch zuvor ist die Handlung nachvollziehbar gestaltet. Infolgedessen ist diese an einigen Stellen vorhersehbar und lässt sich durch den Zuschauer schnell erahnen. Überdies ist der Maßstab an einigen Stellen mehr als fragwürdig. Sandstorm plant Terrorattacken mehreren Städten und lässt sich einen Satelliten ins All schießen. Unklar bleibt, woher Sandstorm das nötige Geld nimmt und wie viele Menschen in dieser Organisation aktiv sind. Nichtsdestoweniger ist es eine Angelegenheit der nationalen Sicherheit, sodass das Team um Kurt Weller im Vergleich viel zu klein ist um dagegenhalten zu können.
An vielen Stellen ist der Verlauf zudem sehr einfach gestrickt oder basiert auf glücklichen Zufällen, die zusammen treffen. Dass, beispielsweise, Jane mit ihrer Geschichte von der Gefangenschaft unter Cade überhaupt verdeckt bei Sandstorm ermitteln konnte, obwohl Shepherd eine Lüge ahnt, klingt sehr realitätsfern.

Patterson

Abseits der Ermittlungen um Sandstorm hat sich ein zweiter Handlungsstrang entwickelt. Nachdem in der ersten Staffel das Privatleben von Special Agent Zapata (Audrey Esparza) porträtiert worden ist, steht nun ihr Kollege Edgar Reade (Rob Brown) im Vordergrund. Nach dem Amoklauf an der Hudson University und den Ermittlungen gegen Football-Coach Mike Jones (Brian O’Neill), wird klar, dass auch er ein Opfer des Trainers gewesen sein könnte. Folglich hat er den Dingen zu kämpfen, die in seiner Jugend passiert oder nicht passiert sein könnten.
Im Gegensatz zu Zapatas Problemen aus der ersten Staffel, ist die Handlung um Reade weniger mit der Haupthandlung verwoben und spielt dort nur eine anteilige Rolle.

Eine größere Rolle spielt allerdings Patterson, die noch einmal mehr ins Geschehen integriert worden ist, wenn auch ihre neue Beziehung einen wesentlichen Anteil daran hat. Nach wie vor ist sie die zentrale Figur der intercharakterlichen Beziehungen und somit wichtiger Drehpunkt für die Handlung, die sie zunehmend seltener nur von ihrem Labor aus steuert. Auch der wiederkehrende Rich Dotcom kann erneut mit seiner lebendigen Art überzeugen und das schon fast dystopisch anmutende Bild erhellen.

Die weiteren neuen Figuren, Roman und Shepherd, passen gut in die neue Staffel. Während Romans gespaltener Charakter vor und nach seinem Gedächtnisverlust emotional glaubwürdig erscheint, wirken Shepherds gefühlvolle Momente surreal. Zu sehr verkörpert sie Gewalt und Manipulation. Obwohl ihre Truppe für ehrenwerte Ziele kämpft, fällt es schwer, ihre Mittel als solche zu akzeptieren, zumal sie an vielen Stellen egozentrisch und machtbesessen auftritt.

Die Handlung der zweiten Staffel folgt durchaus einer stringenten Logik, diese bewegt sich allerdings an vielen Stellen fernab jeglicher Realität. Mangelnde Komplexität und verzerrte Maßstäbe können allerdings durch die noch immer tiefgreifenden, emotionalen Dialoge ausgeglichen werden. Die gute Gestaltung der Charaktere wird ein wenig durch deren langsame Entwicklung getrübt, während die Darsteller weitgehend überzeugen können. Das weitere Aufbrechen der Struktur aus der ersten Staffel hin zu einem engerem Handlungsrahmen hat der Serie gut getan und unterstützt die Beziehungen zwischen den Figuren. Allerdings sind die Dimensionen der Handlung deutlich zu groß gewählt.
Insgesamt kann die zweite Staffel mit ihrem Vorgänger zweifelsohne mithalten. Dennoch besteht ein wenig die Sorge, dass die Handlung zu sehr abdriftet und letztlich nicht mehr durch die Charaktere geerdet werden kann.

Zusätzliche Quellen: IMDb


Titel: Blindspot
Erstausstrahlung USA: 14.09.2016 (NBC)
Erstausstrahlung D: 24.01.2017 (Sat.1 emotions)
Produktionsfirma: Warner Bros. Television
Idee: Martin Gero
Darsteller (Auswahl): Sullivan Stapleton, Jaimie Alexander, Ashley Johnson
Episodenlänge: 42 min
Streamen: Amazon¹
Kaufen: Amazon¹

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Sven Festag

Er schreibt seit 2014 über Videospiele, Technik und Veranstaltungen, sammelt Spiele und spricht als Co-Moderator bei QUICK-LOAD. Du erreichst ihn per Mail unter sven.festag@quick-save.de, auch mit Verschlüsselung. [18A3 F689 EC4C 68E8 D689 678B B4BF 6FB6 2291 478F]

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